Relaunch und Migration
Ein SEO-Relaunch entscheidet vor dem Go-live
Bei einem Neubau, Domainwechsel oder Plattformumzug werden URLs, Inhalte und technische Signale gleichzeitig verändert. Organische Sichtbarkeit lässt sich nur schützen, wenn ihre Besitzer früh bekannt sind.
Risikomodell
Designmigration und Suchmigration sind dasselbe Projekt
Ein Relaunch verändert selten nur die Oberfläche. Navigation, URL-Struktur, Templates, interne Links, Inhalte, Tracking und Rendering können sich gleichzeitig verschieben. Wird SEO erst kurz vor dem Start geprüft, sind zentrale Entscheidungen oft bereits teuer oder unmöglich zu ändern.
Ein früher SEO-Audit kann die Ausgangslage und die wichtigsten Risiken festhalten. Die eigentliche Relaunch-Arbeit muss diese Evidenz anschliessend in Architektur, Tickets, Tests und Startkriterien übersetzen.
Projektphasen
Jede Phase braucht ein prüfbares Ergebnis
| Phase | Arbeitsstand | Abnahmefrage |
|---|---|---|
| Vor der Konzeption | Bestehende URLs, Nachfrage, Leistung, Links und Seitentypen erfassen | Welche organischen Werte müssen erhalten oder bewusst aufgegeben werden? |
| Während des Baus | Zielarchitektur, Templates, Rendering, Metadaten und interne Links prüfen | Entspricht die Vorschau der beschlossenen Seiten- und URL-Logik? |
| Vor dem Start | Weiterleitungen, Canonicals, Robots, Sitemaps, Tracking und Abnahme testen | Ist jede alte URL entschieden und jede kritische Funktion geprüft? |
| Nach dem Start | Live-Ausgabe, Crawling, Indexierung, Fehler und Geschäftssignale beobachten | Welche Abweichung verlangt Korrektur und wer darf sie ausrollen? |
URL-Übergang
Von der Bestandsseite zur echten Nachfolgerin
Die Zuordnung beginnt mit einem vollständigen Inventar bekannter URLs. Dazu gehören indexierte Seiten, organische Einstiege, verlinkte URLs, PDFs und weitere Assets sowie Pfade aus Analytics, Search Console, Sitemaps und Crawls. Jede relevante URL erhält eine Entscheidung: erhalten, zusammenführen, ersetzen oder ohne Nachfolger entfernen.
Erst danach entsteht die Weiterleitung. Sie sollte direkt zum endgültigen Ziel führen, ohne Ketten und ohne zwischenzeitliche Platzhalter. Neue Zielseiten müssen veröffentlicht und intern verlinkt sein, bevor die alten URLs umgestellt werden.
Technische Abnahme im realen System
Vorschauprüfungen sollten Statuscodes, Canonicals, Robots-Regeln, Sitemaps, interne Links, Rendering, strukturierte Daten und zentrale Performance-Muster abdecken. Diese Bereiche gehören zur technischen SEO-Verantwortung. Nach dem Start muss dieselbe Prüfung auf der tatsächlich veröffentlichten Website wiederholt werden.
Schweizer Sprachen
Sprachversionen erhöhen die Zahl der Abhängigkeiten
Bei deutsch-, französisch- und italienischsprachigen Bereichen reicht eine zeilenweise URL-Zuordnung nicht. Sprach- und Marktstruktur, Canonicals, hreflang, Navigation und redaktionelle Verantwortung müssen gemeinsam migriert werden. Der Leitfaden zu mehrsprachiger SEO in der Schweiz hilft, diese Eigentümerschaft vor dem Umbau festzulegen.
Verantwortung vor dem Projektstart klären
- Wer genehmigt neue Architektur und URL-Zuordnung?
- Wer erstellt Weiterleitungen und wer prüft sie im Live-System?
- Wer verantwortet Inhalte, Übersetzungen und Metadaten je Sprache?
- Welche Startkriterien können einen fehlerhaften Go-live stoppen?
- Wer beobachtet die ersten Wochen und darf Korrekturen priorisieren?